Liberalismus und Demokratie


Liberalismus und Demokratie – vielleicht sind diese Staatsformen gerade das Ende einer Bewegung hin zu einem Ideal? Der einstige politische Enthusiasmus ist vergangen, Initiative liegt brach, Selbstbestimmung und Personenrechte werden als gegeben betrachtet. Dafür hält die Depression Einzug: Volkskrankheit, sehr lustige Bezeichnung. Es ist die Verzweiflung, sein Selbst anzunehmen. Eine Aufgabe, die sich in Industrienationen lauffeuerartig ausbreitet, denn die Lebenserhaltung ist gesichert, Unterhaltung auch allenthalben verfügbar, bleibt also nur die ewige Frage nach dem Selbst. „Our Generation has had no Great war, no Great Depression. Our war is spiritual. Our depression is our lives.“ – Chuck Palahniuk.

Wir sehen unkoordiniert und vage rassistische Tendenzen in Deutschland, Europa und den Industriestaaten aufflammen. Diese Tendenzen müssen nicht repräsentativ für ein politisches Verlangen sein, aber sie sind repräsentativ für den Verlust an Orientierung, für die totale kollektive Verirrung, die die Persönlichkeitsrechte der Demokratie und des Liberalismus der Bevölkerung gewährt haben. Mit dem Geschenk des Liberalismus ist es so, als würde man ein Kind, das vorher ständig bei allem gezetert, gemeckert und geweint hat, plötzlich alleine lassen. Es ist auf eine ernüchternde trostlose Weise frei. So geht es dem Menschen im Liberalismus.

Dabei ist nicht diese abgründige pervertierte Art von Freiheit der eigentliche Herd des Mißstands dieser Staatsform: Liberalismus kann sich einfach niemals von seiner positiven Gegenseite, dem Despotismus lösen. Liberalismus ist eine Reaktion, eine Folge einer unmoderaten Staatsführung, eine Restauration, eine Rekreation, ein Brüten, eine Zeit der Rekonvaleszenz, des Heilens – und letztlich immer der eines Status quo. Wohin? Wohin in dieser Freiheit? Westerwelles Vergleich von HartzIV-Empfängern und den schlemmenden Aristokraten und Großbürgern zu Zeit der römischen Dekadenz ist skurril, durchaus. Aber Dekadenz ist es gleichwohl. Nur eine ohne Glanz. „Die Demokratie ist die Verzweiflung darüber, keine Helden zu finden, die uns anführen können.“ – Thomas Carlyle.

 

Advertisements
Veröffentlicht unter Moderne | Kommentar hinterlassen

„Die Hierarchie ist göttlich, in der Hölle sind alle gleich.“


<h2>Sind wir mit Liberalismus und Demokratie auf einem falschen Weg?</h2>

Die Gesellschaft strebt nach einem Ideal. Somit bewegen sich auch mehr oder weniger alle Menschen auf dieses Ideal zu, einige besser als andere. Werden nun alle Menschen als gleich betrachtet, geht dieses Streben in ein Chaos über, da ein Großteil der Leute das Ideal nicht richtig verkörpern kann bzw. zu jeweils anderen Teilen lebt. So streben Kräfte in alle Richtungen, demnach ist die absolute Bewegung der Gesellschaft (d.h. deren Verbesserung) sehr klein.

Würde man das Streben der Gesellschaft richten und fähigeren Menschen mehr politischen Handlungsspielraum ermöglichen, ist der Fortschritt in Richtung des Allgemeinen Ziels stetig und timiert.

Die Gesellschaft strebt nach einem Ideal. Hm, ich finde diese Annahme sehr schwer aufrechtzuerhalten. Jeder Mensch ist real-ideal, er sieht was ist und hat in sich ein Plan davon wie es sein soll, ganz einfach ausgedrückt. Wenn nun die Gesellschaft nach einem Ideal strebt, dann ist das folgerichtig die Gesamtheit aller Ideale der einzelnen Personen das Ideal der Gesellschaft – was könnte das sein? Freiheit, Wohlstand, Leben?

Daß sich aber eine tatsächliche Bewegung oder Entwicklung zu einem Ideal vollzieht, könnte man höchstens in einem Zeitraum von Generationen behaupten, denn einzelne Menschen sind zu sehr mit ihren eigenen Wertkonflikten befasst, als daß man in einem einzelnen Fall von einem wirklichen Fortkommen sprechen kann. Darüberhinaus: das Ideal, das angestrebt wird, ist vielleicht nicht das Ideal der Gesellschaft, vielleicht nicht einmal etwas vorher Benanntes/Bekanntes/Geahntes.

 

Veröffentlicht unter Moderne | Kommentar hinterlassen

Kants Rolle in der Philosophie


Was berechtigt Kant zu seiner Rolle in der Philoshiegeschichte? Er gilt als der Grundstein der modernen deutschen Philoshie und hat ja grundsätzlich sehr kühn anmutende Ambitionen, die Empiriker und Rationalisten in seinem Programm nachträglich miteinander zu versöhnen, will die Metaphysik als Wissenschaft einsetzen, gibt die Grundlagen für die Bedingungen der Möglichkeit von Erfahrung bekannt, und doch – und doch bleibt Kant suspekt.

Viele andere Denker attestieren ihm, die rigoros angekündigte kernikanische Wende, die er mit der KdrV einleiten wollte, habe er selbst rückgängig gemacht durch seine Folgewerke, die Kritik der praktischen Vernunft, Kritik der Urteilskraft und Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Ganz böse Zungen behaupten sogar, diese kernikanische Wende habe nie stattgefunden und Kant scheitert an der Konzeption seiner Untersuchung.

Henri Bergson meinte, einem richtig formulierten Problem sei seine Lösung schon inhärent. Wenn Kant also zu seinen verschiedenen Aporien gelangt, die in ihrer effektiven Entgültigkeit einen Anflug von Skeptizismus verraten, bringt das das Programm einer kritischen Philoshie nicht kritisch höhöhö hö ins Wanken?

Wir sehen, daß Kant den Plan Descartes‘ verfolgt: Philoshie wird nun eine Sache des Selbst(bewußtseins). Während Descartes sich damit begnügte, das Selbst und das Denken als die hinreichenden Indikatoren von Existenz anzuerkennen (wobei er mögliche Zweifel schlicht ausblendete), geht Kant einen Schritt zurück und nimmt den Zweifel Descartes, den Descartes selbst für sich unter den Tisch gekehrt hat, in die Hand und interpretiert das Selbst als transzendental, also vor aller Erfahrung liegend. Das, was bei Descartes noch einen losen Untergrund hatte, wird so bei Kant festgemauert und dabei das Subjekt, das Ichempfinden, das Selbstbewußtsein als gegeben betrachtet.

Raum – Zeit – das Subjekt: sind sie nach Kants Transzendentaler Ästhetik damit Namen dreier gleichwertiger Komponenten des Transzendentalen, sind sie untereinander einer Hierarchie unterworfen oder besteht überhaupt keine direkte Relation der Begriffe untereinander, obwohl doch nach Kant alle drei Begriffe transzendental sind?

Veröffentlicht unter Moderne, Philosophie | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

Philosophische Werke: Kant lesen


Kant ist aus verschiedenen Gründen schwer zu lesen: Er ist älteren Datums, d.h. er hat spät mit dem Philoshieren angefangen und es ist auch schon eine ganze Weile her. Er ist Mathematiker der älteren Schule und bedient sich spezifischer Begrifflichkeiten auch aus diesem Bereich, die heute nicht unbedingt mehr Common Sense sind. Außerdem schreibt er – bis auf gelegentliche Oasen – meiner Meinung nach dröge, aber dafür umfassend und sehr spitz. Jedes Wort ist wichtig und wurde von ihm lange ausgewählt, wie er es aus seiner Zeit heraus verstanden hat. Umso schwieriger ist es also für den postmodernen Leser. Eine Verständnisstütze und Überlegungen zum Verständnis könnten also hilfreich sein. Zumindest sind Verständnisfragen für das eigene Verständnis unabdingbar und diese zu formulieren und klar zu machen, ist schon mal ein guter Schritt vorwärts. Vielleicht kann man das auch irgendwie attraktiv gestalten? Zumindest kann es nicht schaden – auch wenn wir womöglich auf nichts neues stoßen werden. So können wir es zumindest für unsere Zeit ästhetisch ansprechend aufbereiten – denn das ist der Text Kants nicht mehr.

Hilfreich für die philoshische Lektüre ist im Gegensatz zur schönen Literatur, dass man eine vergleichbare Ausgabe hat. Vorab sei etwas triviales aber nicht zu unterschätzendes gesagt: Es gibt eine A und B Ausgabe. Beide von Kant selbst geschrieben und überarbeitet.

Veröffentlicht unter Moderne, Philosophie | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 1 Kommentar

Philosophie des Shunyata


Betrachtet man die Philosophie des Shunyata genau, so wird man erkennen, daß darin nichts Neues zu finden ist. Es ist eine weitere holistische Erklärung für die Vorgänge in der Welt, also eine Ganzheitslehre. Darüberhinaus ist es monistisch, wenn es von der Nichtexistenz als der Sache, die für alles, was scheinbar ist, zuständig ist.

Wir sehen im Zen-Buddhismus und im Taoismus, daß Fragen, die das Sein und das Wesen der Dinge betreffen, gnadenlos abgekanzelt werden. Die Metaphysik im Zen und Tao ist eine Anti-Metaphysik, mehr noch: sie lebt jenseits von Metaphysik.  Nihilismus ist für den Shunyata-Monismus freilich eine völlig unpassende Beschreibung, denn Nihilismus ist eben ein Stadium, das vor einer Erkenntnis wie jener des Shunyata liegt.

Erinnern wir uns an Nietzsches drei Verwandlungen: Man werde zum Kamel, zum Löwe, zum Kinde. Der Nihilismus ist die Verwerfung aller Normen und das Abstreiten jeder Bestimmung des Menschen. Der Nihilismus ist das Löwe-Sein. Ein bloßes Rebellieren allerdings ist immer noch eine Abhängigkeit von Normen. Es muss der Mensch zum Kind sich wandeln, also Erkenntnis erlangen, die frei ist und unbeschwert. Das ist mit dem Nihilismus nicht zu vereinbaren.

Und dort wartet das Shunyata auf uns. Doch wieso nenne ich es monistisch? Wieso ist das keine von seiner Struktur her neue Auffassung? Es ist so:

Die Erklärung aller Dinge durch ein Prinzip findet auch in religiösen Strömungen und Philosophien des Westens statt. Am Ende jeder Religion, jeder Metaphysik steht das Unbegreifliche, die Kausalität, die allumfassende Natur, das Pleroma, die Substanz, Gott, der Zufall, das Sein, das Nichts.

Aber all diesen ist gemeinsam, daß dies die einzige feste Größe ihres Systems ist: Das Nichts ist Alles, nichts steht ihm entgegen. Es ist die einzige Substanz, und alles was man sieht, sind nur Abbilder und Spiegelungen in verschiedenen Formen.

Indische Philosophie scheint so tief und mystisch, unverbraucht und rein. Aber das letzte, der Urgrund, nach dem alle Philosophie strebt, ist der selbe. Es sind nur die Namen verschieden. Es ist darum gut, wenn man durch eine Philosophie die offensichtlichen Analogien zu den anderen System zu erkennen beginnt – darum ist es egal, ob man vom Gnostizismus, Vedanta, Zen oder Substanzlehre allgemein ausgeht.

Ich empfehle, das erste Kapitel vom Johannes-Evangelium zu lesen, man wirst überrascht sein, wie sehr es doch Ähnlichkeiten zu den wirklich beständigen Systemen aufweist.

Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin. Korinther 13:12

Veröffentlicht unter Moderne, Philosophie | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Deja vus


Déjà-vus kennt bestimmt jederman:

Man geht ganz normal seinem Alltag nach und plötzlich :Déjà-vu; Man scheint diesen Augenblick schon erlebt zu haben. Man erinnert sich, dass man davon geträumt hat und man weiß welche Handlungen als nächstes folgen werden.

Dauert das Déjà-vu lange genug, schafft man es womöglich sogar zu denken:“Ha! Was ist, wenn ich jetzt einfach was anderes tue?“

Ich hatte schon viele dieser Déjà-vus und scheinbar werden die erlebten Augenblicke immer länger, sodass er schon oft versuchte seine Handlung in diesem Augenblick zu verändern. Jedes Mal scheiterte man. Er tat genau das, was er zuvor geträumt hat.

Das interessante dabei war, dass er während des Prozesses die ausgeführten Handlungen beobachten und bewusst darüber nachdenken konnte. So stellte sich man noch während des Déjà-vus die Frage:“Warum läuft alles so, wie in meiner Erinnerung?“ Warum kann ich aus diesem Vorgang nicht ausbrechen?“.

Das lässt einen zum Schluss kommen, dass die Gedankenwelt unabhängig von der (materiellen) Handlungswelt sind.

Dies trifft dennoch nicht ganz zu…

man hatte auch schon Déjà-vus, bei denen sich Gedankengänge wiederholten. Dabei ist zu erwähnen, dass parallel zu diesen, sich wiederholenden Denkprozessen, der vorher erwähnte Hinterfragungsprozess stattfand.

Es scheint also zwei Denkebenen zu geben:

1)Denken, das mit der scheinbar deterministischenmateriellen Welt einhergeht

2)unabhängiges, losgelöstes Denken

Beide können scheinbar zeitgleich ablaufen.

Allerdings kam dies erst in den Déjà-vus zum Vorschein. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich beim ersten, um ein Aussenwelt-verarbeitendes Denken handeln könnte, jedoch schlossen diese in meiner Erfahrung schon recht komplexe Gedankenführungen mit ein:

In mans letztem Déjà-vu kam z.B. ein Wenn-Dann GedankengangLogik auf „erster Ebene“ vor(also etwas, das man aus seiner Erinnerung kennt).

Die Logik scheint also eine verarbeitende Instanz zu sein, die an äußerliche Dinge geknüpft ist(Ebene 1).

Jedoch bediente sich man auch der Logik, als er auf Ebene 2(als Beobachter) auf die Unveränderbarkeit der Déjà-vu-Handlungen schloss(„Warum kann ich aus diesem Vorgang nicht ausbrechen?“). Folglich scheint die Logik eine Instanz zu sein, die sowohl in der materiellen, deterministischen Welt, als auch in der unabhängigen Gedankenwelt eine Rolle spielt…

Natürlich könnte die losgelöste Gedankenwelt(Ebene 2) auch nur von äußeren Faktoren selbiger Ebene beeinflusst sein, sodass sie auch deterministisch und bestimmten Regeln unterworfen ist. Das würde auch das Auftreten der Logik auf zweiter Ebene, als verarbeitende Instanz für äußere Dinge erklären…

Auch könnte man davon ausgehen, das es eine 3. Ebene gibt, die über der Gedankenwelt steht…

Veröffentlicht unter Moderne, Philosophie | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Rache und Todesstrafe


Rache wird durch die freie Enzyklopädie durch eine Handlung beschrieben welche einen Ausgleich erlittenen Schadens bewirken soll.
Doch wie ist das mit der Goldenen Regel? „Was du nicht willst das man dir tut das füge keinem andren zu.“ Ist das nicht der Grundaufbau des ethischen Zusammenlebens?
Rache ist ein Gefühl welches man unterdrücken könnte, wenn man wollte doch wirkt durch das ausführen der Rache ein Gefühl auf uns ein was uns durchaus zufriedenstellt. Doch die Frage ist: Wie lange kann es uns das Gefühl der Zufriedenheit geben? Denn ist es nicht eigentlich so, dass Rache etwas moralisch Verwerfliches ist, denn um jemandem etwas heimzuzahlen muss man den vorhergehenden erlittenen Schaden „auswerten“ und ihm einen bestimmten betrag geben damit man es aufwiegen kann. Somit macht man ein Gefühl, welches eigentlich nur im Kopf geschieht, zu einer Art Gegenstand. Dies klingt alles schon gar nicht schlecht, einen Gegenstand könnte man mit einer Währung bezahlen (wie schon der Spruch: ich werde es ihm Heimzahlen besagt). Doch um etwas zu bezahlen bräuchte man noch eine Währung. Ich möchte nun einfach mal eine Währung erfinden: RP soll sie heißen (RP soll für Rache Punkte stehen). Nun hätten wir alles um Rache zu nehmen wir haben den Schaden der uns zugefügt wurde als „Menge“ und haben eine Währung mit welcher man seine „Schuld“ begleichen könnte. Doch nun kommen wir zu dem großen Problem der Rache, wer sagt oder kann den erlittenen Schaden fair abwiegen so das dem Täter das gleiche Leid widerfährt wie zu Beginn dem Opfer. Wer kann schon sagen was einem Menschen im gleichen Maße Schmerzen bereitet wie einem anderen. Dies ist nicht möglich da jeder Mensch ein Individuum ist und jedes Individuum seine eigenen, stark oder weniger stark, ausgeprägten Gefühle besitzt. Des weiteren, ist es nicht so, dass wenn man einem anderen Menschen leid, auch wenn man genau das selbe Maß an Leid erfuhr, zufügt nicht besser ist als der eigentliche (ursprüngliche) Täter. Somit ist Rache keine Lösung auch wird, meiner Ansicht, zufolge die Todesstrafe eigentlich als Racheakt angesehen. Die Todesstrafe ist ein Zweckfreies töten. Denn kann es wirklich dem Vater, der Mutter oder den Geschwistern helfen wenn der Mörder, welcher sich sexuell an einem Kind dieser Familie vergriffen habe und es anschließend getötet hat, selber stirbt? Natürlich wird dieser Akt der Rache für die erste Zeit die Traurigkeit der Familienmitglieder stillen doch nur solange und so kräftig wie ein Rachegefühl dies vermag. Was passiert nach 2 oder 3 Jahren, das Kind ist tot, sein Mörder auch, keiner der beiden wird je wieder die jeweiligen geliebten Personen sehen. Und könnte ein normaler Vater damit leben, dass wegen ihm eine andere Person gestorben ist, hat er ihm somit einfach das Leben beraubt?

Eine Weisheit über Rache und Todesstrafe hat unser heißgeliebter Kabarettist Volker Pispers ausgesprochen: (sinngemäß) Da wird eine Frau vergewaltigt und ermordet und in Amerika schreien sich nach härteren Strafen! Das ist es recht schwierig, wenn darauf schon Todesstrafe steht.

Eine andere Ansicht bietet ein Zitat aus dem (bescheuert schlechten) Film Ligeia, da wird ein Schriftsteller zitiert, der über die Todesstrafe sinngemäß sagt:

„Todesstrafe? Das ist doch keine Strafe. [Eine Strafe ist so etwas wie Elfmeter oder Ecke oder Runde aussetzen etc.] Aber mit der Todesstrafe ist das Spiel ja vorbei.

Rache ist ein faszinierendes Thema, denn ihre Quelle liegt ja nicht in der Tat die an uns oder anderen verübt wurde, die einen Menschen gegen andere aufbringt. Nein – was uns an die Rache glauben lässt [ein Glaube aus Verzweiflung; der Mensch ist machtlos und weiß es, aber er will etwas tun, unbedingt etwas tun, um diese Kränkung zu verwirren] ist die Annahme, die du OP beschrieben hast.

Rache wird ausgeübt, weil angenommen wird, Menschen seien wie Paybackkarten (hihi Payback passt sogar ganz gut), also grundsätzlich von gleicher Fassungskraft, von gleicher Funktion und einheitlich geeicht.

Wie ist die Rache zu betrachten? Sie mag evolutionären Nutzen haben; wer sich verteidigen kann und Schaden vergilt, hat mehr Chancen, seine Linie zu erhalten. Also ein unbewußtes Verhalten zur Arterhaltung? Aber wie ist es bei den Tieren? Wo findet sich da die Gehässigkeit? Ist Rache also ein Ausdruck der menschlichen Freiheit oder etwas zu Überwindendes?

Keine Rache kann Verluste aufwiegen. Trotzdem ist sie darum nicht von vornherein das Versagen der eigenen Souveränität. Der Zwang, den die Rache auf das Subjekt lädt, wird zu einem Hindernis, in dem die eigene Freiheit erst noch erkannt werden muss.

Veröffentlicht unter Moderne, Philosophie | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Folgen und Führen


Ist dieses Prinzip nicht in allem was wir tun? Ist es nicht ein eingebranntes Merkmal in unseren Köpfen, ein Instinkt der schon in den Ältesten Geschöpfen dieser Welt steckte. Dieser Instinkt macht uns zu dem was wir sind. Ohne diesen Instinkt herrscht heilloses chaos. Niemand würde jemals etwas zustande bringen. Wir wären heute noch nichts mehr als Tiere.
Warum also versuchen wir ihn zu leugnen? Es steckt doch überall in jeder Gruppe, in unserem Freundeskreis. Überall gibt es Hackordnungen. Irgentjemand ist der Alpha und irgentjemand der Beta. Irgentjemand der Führer, die anderen die Folger.
Sicherlich, niemand möchte gerne der Beta sein. Niemand möchte gerne zugeben er ist der, der nur folgt. Aber nach diesem Prinzip geht es doch überall. In der Geschäftswelt, im Sozialen Leben nur in der Politik versucht man es zu leugnen um der schönen Illusion der „Freiheit“ willen. Doch was hat uns das gebracht? Niemand trägt doch wirklich die Verantwortungen. Es braucht Monate bis entscheidungen durchgebracht sind. Die Politik sind nur Sklaven dem Lobbyismus und der Internationalen Firmen die nachwievor despotisch beherrscht werden.

Aber heutzutage vergisst man immer das der Führer, das Alphatier, auch die Verantwortung hat. Er muss der fähige sein. Auf ihm liegt alle Last.
Warum also wird man nicht vernünftig und gibt die Illusion der Freiheit auf und lässt die Politik sich nach dem altbewährten Prinzip des Führens und des Folgens formen.

Beim Führerprinzip gibt es niemanden auf dem man die Schuld schieben kann. Der fähigste wird Führer. Und wenn der Führer mist baut hat ER die verantwortung. ER ALLEIN. Ein jeder mit solch einer Verantwortung würde sich hüten den Unmut der Gruppe auf sich zu ziehen.

Die Hierarchie ist göttlich, in der Hölle sind alle gleich.

Doch nun denken wir, Gerechtigkeit bedeutet, allen Menschen das gleiche Recht zu geben. Und in einer Pyramide sind nun mal die meisten Menschen in den untersten Schichten. Natürlich werden die am lautesten dagegen blöken, wenn man sie fragt.

Und so zerbröselt der Keks nunmal.

Veröffentlicht unter Moderne, Philosophie | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Ein Leben nach dem Tod 2


Das menschliche Gehirn ist nicht darauf ausgelegt ist, sich die Nonexistenz vorstellen zu können. Da dieses aber mit der unstillbaren, instinktiven menschlichen Neugier kollidiert kommen die ganzen komplizierten, z.T. paranoid anmutenden Fragen auf.

Mich stört es eigentlich, dass es bei den meisten Leuten Usus zu sein scheint, Körper und Geist („Seele“) zu unterscheiden.  Man könnte es auch so versuchen: Es gibt keine Seele. Die Psyche ist ein Produkt des Körpers, sie ist untrennbar mit ihm verbunden.

Was gemeinhin „Seele“ genannt wird ist die Gesamtheit der biochemischen und bioelektrischen Vorgänge des Gehirns.

Nach dem Tod ist nichts. Man ist einfach nur tot. Keine Wiedergeburt, kein Einzug in ein irgendwie geartetes Jenseits.

Ich halte es da mit der einfachsten Erklärung:

Der Glaube an Wiedergeburt/Jenseits existiert, weil der Mensch es sich wünscht und nicht, weil es tatsächlich so ist.

Was wir „Ich“ nennen, unsere Persönlichkeit, unser Bewusstsein, ist das Ergebnis des kognitiven Prozesses in „unserem“ Gehirn. Wir haben kein Gehirn, wir sind eins – beziehungsweise strenggenommen noch nicht einmal das, „wir“ sind eine Funktion des Hirns. Mit dem Hirntod ist somit auch das Ich unwiderruflich ausgelöscht.

Daß alle anderen Personen um ein Subjekt in Wirklichkeit Projektionen des Unterbewußten des Subjekts sind, ist ja eine Theorie die nicht nur in Formen des Solipsismus allein beinhaltet ist, C.G. Jung hat auch in dieser Richtung gedacht.

Veröffentlicht unter Moderne, Philosophie | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Ein Leben nach dem Tod?


Niemand kann uns sagen, was den Menschen nach seinem Tod erwartet. Ich persönlich glaube ja jetzt nicht unbedingt explizit an den Einzug „der Seele“ in den Himmel. Es ist wahrscheinlicher dass, wenn überhaupt, die physischen Überreste des Körpers innerhalb mehrerer Dekaden zersetzt werden, sprich wieder in den großen Kreislauf des Ökosystems unseres Planeten eingespeißt werden, während die geistigen Bestandteile, also nach dem Tod womöglich noch im weitesten Sinne „intakte“ Elemente des Gehirns, möglicherweise verbleibende elektrische Impulse, Zombie-Style, basierend auf der recht plausiblen Theorie mehrerer Dimensionen der Existenz, Einzug finden in neues Leben, wahrscheinlich ein anderer menschlicher Föthus oder etwas Ähnliches. Also allgemein das, was man unter der buddhistischen „Wiedergeburt“ versteht. Ich persönlich kann es mir (natürlicherweise) nicht ausmalen, wie es ist, wenn die Existenz eines Menschen für alle Zeiten beendet zu sein scheint. Ich für meinen Teil glaube an die Option der „Wiedergeburt“, basierend auf fortschrittlichen, teils unerforschten Physikalischen Gesetzen. Nicht umsonst haben die Neurologen dieser Welt bis Heute keine genauere Definition von dem anfertigen können, was wir allgemein als „Gedanken“, „Bewusstsein“ oder „Seele“ bezeichnen. Wer kann uns versichern, dass diese Dinge mit dem Verlust der physischen Körperfunktionen ebenfalls dahinscheiden?

Ich für meinen Teil glaube an die Option der „Wiedergeburt“, basierend auf fortschrittlichen, teils unerforschten Physikalischen Gesetzen. Nicht umsonst haben die Neurologen dieser Welt bis Heute keine genauere Definition von dem anfertigen können, was wir allgemein als „Gedanken“, „Bewusstsein“ oder „Seele“ bezeichnen. Wer kann uns versichern, dass diese Dinge mit dem Verlust der physischen Körperfunktionen ebenfalls dahinscheiden?

http://de.wikipedia.org/wiki/Argumentum_ad_ignorantiam

Ich denke wenn so etwas komplexes wie „die Seele“ übertragen würde (wohin auch immer) wäre sicherlich eine Menge Energie nötig, die man bemerken müsste, etwa in Form von Wärmeentwicklung.

Vorausgesetzt, dass wir die Seele mit unseren Sinnen wahrnehmen könnten. Evtl sollte man die Seele doch als etwas transzendentes betrachten.

Veröffentlicht unter Moderne, Philosophie | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen