Liberalismus und Demokratie


Liberalismus und Demokratie – vielleicht sind diese Staatsformen gerade das Ende einer Bewegung hin zu einem Ideal? Der einstige politische Enthusiasmus ist vergangen, Initiative liegt brach, Selbstbestimmung und Personenrechte werden als gegeben betrachtet. Dafür hält die Depression Einzug: Volkskrankheit, sehr lustige Bezeichnung. Es ist die Verzweiflung, sein Selbst anzunehmen. Eine Aufgabe, die sich in Industrienationen lauffeuerartig ausbreitet, denn die Lebenserhaltung ist gesichert, Unterhaltung auch allenthalben verfügbar, bleibt also nur die ewige Frage nach dem Selbst. „Our Generation has had no Great war, no Great Depression. Our war is spiritual. Our depression is our lives.“ – Chuck Palahniuk.

Wir sehen unkoordiniert und vage rassistische Tendenzen in Deutschland, Europa und den Industriestaaten aufflammen. Diese Tendenzen müssen nicht repräsentativ für ein politisches Verlangen sein, aber sie sind repräsentativ für den Verlust an Orientierung, für die totale kollektive Verirrung, die die Persönlichkeitsrechte der Demokratie und des Liberalismus der Bevölkerung gewährt haben. Mit dem Geschenk des Liberalismus ist es so, als würde man ein Kind, das vorher ständig bei allem gezetert, gemeckert und geweint hat, plötzlich alleine lassen. Es ist auf eine ernüchternde trostlose Weise frei. So geht es dem Menschen im Liberalismus.

Dabei ist nicht diese abgründige pervertierte Art von Freiheit der eigentliche Herd des Mißstands dieser Staatsform: Liberalismus kann sich einfach niemals von seiner positiven Gegenseite, dem Despotismus lösen. Liberalismus ist eine Reaktion, eine Folge einer unmoderaten Staatsführung, eine Restauration, eine Rekreation, ein Brüten, eine Zeit der Rekonvaleszenz, des Heilens – und letztlich immer der eines Status quo. Wohin? Wohin in dieser Freiheit? Westerwelles Vergleich von HartzIV-Empfängern und den schlemmenden Aristokraten und Großbürgern zu Zeit der römischen Dekadenz ist skurril, durchaus. Aber Dekadenz ist es gleichwohl. Nur eine ohne Glanz. „Die Demokratie ist die Verzweiflung darüber, keine Helden zu finden, die uns anführen können.“ – Thomas Carlyle.

 

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Über politbueroblog

Politik, IT, Kommunikation und Fitness sind meine Themen - und darum geht es auch in meinen Blogs: Software und Hardwaresysteme, Informatik, WIrtschaftsinformatik, die Übetragung von Daten und Informationen sowie auf der anderen Seite um Dauerbrenner und tagespolitische Ereignisse aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, nicht zu vergessen Kraftsport, Fitness Training, und Wellness.
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