Rache und Todesstrafe


Rache wird durch die freie Enzyklopädie durch eine Handlung beschrieben welche einen Ausgleich erlittenen Schadens bewirken soll.
Doch wie ist das mit der Goldenen Regel? „Was du nicht willst das man dir tut das füge keinem andren zu.“ Ist das nicht der Grundaufbau des ethischen Zusammenlebens?
Rache ist ein Gefühl welches man unterdrücken könnte, wenn man wollte doch wirkt durch das ausführen der Rache ein Gefühl auf uns ein was uns durchaus zufriedenstellt. Doch die Frage ist: Wie lange kann es uns das Gefühl der Zufriedenheit geben? Denn ist es nicht eigentlich so, dass Rache etwas moralisch Verwerfliches ist, denn um jemandem etwas heimzuzahlen muss man den vorhergehenden erlittenen Schaden „auswerten“ und ihm einen bestimmten betrag geben damit man es aufwiegen kann. Somit macht man ein Gefühl, welches eigentlich nur im Kopf geschieht, zu einer Art Gegenstand. Dies klingt alles schon gar nicht schlecht, einen Gegenstand könnte man mit einer Währung bezahlen (wie schon der Spruch: ich werde es ihm Heimzahlen besagt). Doch um etwas zu bezahlen bräuchte man noch eine Währung. Ich möchte nun einfach mal eine Währung erfinden: RP soll sie heißen (RP soll für Rache Punkte stehen). Nun hätten wir alles um Rache zu nehmen wir haben den Schaden der uns zugefügt wurde als „Menge“ und haben eine Währung mit welcher man seine „Schuld“ begleichen könnte. Doch nun kommen wir zu dem großen Problem der Rache, wer sagt oder kann den erlittenen Schaden fair abwiegen so das dem Täter das gleiche Leid widerfährt wie zu Beginn dem Opfer. Wer kann schon sagen was einem Menschen im gleichen Maße Schmerzen bereitet wie einem anderen. Dies ist nicht möglich da jeder Mensch ein Individuum ist und jedes Individuum seine eigenen, stark oder weniger stark, ausgeprägten Gefühle besitzt. Des weiteren, ist es nicht so, dass wenn man einem anderen Menschen leid, auch wenn man genau das selbe Maß an Leid erfuhr, zufügt nicht besser ist als der eigentliche (ursprüngliche) Täter. Somit ist Rache keine Lösung auch wird, meiner Ansicht, zufolge die Todesstrafe eigentlich als Racheakt angesehen. Die Todesstrafe ist ein Zweckfreies töten. Denn kann es wirklich dem Vater, der Mutter oder den Geschwistern helfen wenn der Mörder, welcher sich sexuell an einem Kind dieser Familie vergriffen habe und es anschließend getötet hat, selber stirbt? Natürlich wird dieser Akt der Rache für die erste Zeit die Traurigkeit der Familienmitglieder stillen doch nur solange und so kräftig wie ein Rachegefühl dies vermag. Was passiert nach 2 oder 3 Jahren, das Kind ist tot, sein Mörder auch, keiner der beiden wird je wieder die jeweiligen geliebten Personen sehen. Und könnte ein normaler Vater damit leben, dass wegen ihm eine andere Person gestorben ist, hat er ihm somit einfach das Leben beraubt?

Eine Weisheit über Rache und Todesstrafe hat unser heißgeliebter Kabarettist Volker Pispers ausgesprochen: (sinngemäß) Da wird eine Frau vergewaltigt und ermordet und in Amerika schreien sich nach härteren Strafen! Das ist es recht schwierig, wenn darauf schon Todesstrafe steht.

Eine andere Ansicht bietet ein Zitat aus dem (bescheuert schlechten) Film Ligeia, da wird ein Schriftsteller zitiert, der über die Todesstrafe sinngemäß sagt:

„Todesstrafe? Das ist doch keine Strafe. [Eine Strafe ist so etwas wie Elfmeter oder Ecke oder Runde aussetzen etc.] Aber mit der Todesstrafe ist das Spiel ja vorbei.

Rache ist ein faszinierendes Thema, denn ihre Quelle liegt ja nicht in der Tat die an uns oder anderen verübt wurde, die einen Menschen gegen andere aufbringt. Nein – was uns an die Rache glauben lässt [ein Glaube aus Verzweiflung; der Mensch ist machtlos und weiß es, aber er will etwas tun, unbedingt etwas tun, um diese Kränkung zu verwirren] ist die Annahme, die du OP beschrieben hast.

Rache wird ausgeübt, weil angenommen wird, Menschen seien wie Paybackkarten (hihi Payback passt sogar ganz gut), also grundsätzlich von gleicher Fassungskraft, von gleicher Funktion und einheitlich geeicht.

Wie ist die Rache zu betrachten? Sie mag evolutionären Nutzen haben; wer sich verteidigen kann und Schaden vergilt, hat mehr Chancen, seine Linie zu erhalten. Also ein unbewußtes Verhalten zur Arterhaltung? Aber wie ist es bei den Tieren? Wo findet sich da die Gehässigkeit? Ist Rache also ein Ausdruck der menschlichen Freiheit oder etwas zu Überwindendes?

Keine Rache kann Verluste aufwiegen. Trotzdem ist sie darum nicht von vornherein das Versagen der eigenen Souveränität. Der Zwang, den die Rache auf das Subjekt lädt, wird zu einem Hindernis, in dem die eigene Freiheit erst noch erkannt werden muss.

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Über politbueroblog

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